Namen und Bezeichnungen Gottes • Teil 3 von 4
Der Herr des Himmels und der Erde
Thomas Roser
15. April 2023
Wer ist eigentlich Gott? Wo ist er? Und welche Stellung hat er im Universum – und in meinem Leben?
Drei weit verbreitete Irrtümer über Gott
(1) Der ferne Gott
Viele Menschen glauben an einen Gott, der unerreichbar weit weg ist – irgendwo hinter den Wolken, jenseits der Sterne, fern von unserer sichtbaren Wirklichkeit. Dieser Gott mag existieren, aber er hat mit dem Alltag der Menschen nichts zu tun. Er ist im Himmel, der Himmel hat mit unserer Welt nichts zu tun und damit ist auch Gott sehr weit weg von uns.
(2) Der eingesperrte Gott
Andere meinen, Gott sei auf bestimmte Orte beschränkt. Er wohnt in Kirchen, Tempeln oder „Gotteshäusern”. Dort drinnen ist er zu finden, aber draußen, im normalen Leben, ist er abwesend. Man muss an einen heiligen Ort gehen, um ihm zu begegnen. Auch bei dieser Vorstellung ist Gott letztlich weit weg und hat mit unserem Alltag nichts zu tun.
(3) Der selbstgemachte Gott
Hinter beiden Vorstellungen steckt ein noch größerer Irrtum: Die Idee, der Mensch könne sich Gott nach seinen eigenen Wünschen zurechtbasteln. Wir bestimmen, wo Gott sein darf, wie nah er kommen darf und wie er zu sein hat. Aber ist das dann wirklich Gott – oder nur ein Phantasiegebilde unserer Vorstellungen, unserer Wünsche und Ideen?
Alle diese Vorstellungen zerschellen an der Tatsache der Schöpfung, die uns in der Bibel klar bezeugt wird. Welche Konsequenzen die Erschaffung von Himmel und Erde mit sich bringen, wird in einem kurzen Satz in der Apostelgeschichte deutlich:
[!zitat] Apostelgeschichte 17,24 Der Gott, der die Welt und alles darin gemacht hat, dieser, der der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. (Übersetzung: Elberfelder CSV)
Hier werden mehrere Dinge klargestellt:
(1) Gott hat die Welt und alles, was darin ist, gemacht.
Das ist die grundlegende Wahrheit, von der schon in 1.Mose 1,1 und 2,4 berichtet wird und die sich bis in die Offenbarung durchzieht: Gott schuf die Himmel und die Erde (nachzulesen in 1.Mose 1,1; 2,4; Psalm 121,2; 124,8; 146,6; Jesaja 42,5-6; 45,18; Johannes 1,3; Kolosser 1,15-17; Offenbarung 14,7).
(2) Gott ist der Herr des Himmels und der Erde
Da er Himmel und Erde gemacht hat und bis heute aller erhält (Kolosser 1,15-17) ist er auch der Herr über Himmel und Erde. Er regiert und nichts und niemand kann ihm seine Macht streitig machen. Er ist der Herr des Himmels und der Erde und alles, was wir sehen, gehört ihm, weil er es geschaffen hat und der rechtmäßige Eigentümer und Herrscher darüber ist.
(3) Gott wohnt nicht in menschengemachten Häusern
Die Idee, Gott würde in einem “Gotteshaus” wohnen, entspringt der menschlichen Überheblichkeit, so als könnte man Gott irgendwie begrenzen oder in seine Schranken weisen. Man kann ihn nicht in einen Tempel einsperren. Auch im Tempel des Alten Testamentes ging es ja nie darum, dass Gott im Tempel ist und außerhalb nicht. Der alttestamentliche Tempel war nicht Gottes Wohnung im absoluten Sinne, sondern ein Zeichen seiner Gegenwart unter seinem Volk.
In Apostelgeschichte 17,24 wird uns sehr deutlich vor Augen geführt, wer Herr ist und wer nicht: Der Mensch kann nicht über die Dinge Gottes entscheiden. Jede Theologie, jede Religion, die nicht auf der Selbstoffenbarung Gottes beruht, ist eine menschengemachte Ideologie ohne jeden Halt.
Es gibt noch einen weiteren, vierten Aspekt der Tatsache, dass Gott der Gott des Himmels und der Erde ist:
(4) Wir sind Gottes Knechte
Gott ist nicht unser Diener und wir können nicht über Gott, seinen Wohnort und seine Macht entscheiden. Esra 5,11 zeigt, dass es Menschen gibt, die eine klarere Sicht auf Gott haben. Die Ältesten von Juda, die gerade Jerusalem aufbauen sagen von sich und von Gott:
[!zitat] Esra 5,11 …Wir sind die Knechte des Gottes des Himmels und der Erde… (Übersetzung: Elberfelder CSV)
Mit diesem kurzen Satz wird Gottes Stellung und unsere Stellung verdeutlicht: Sie nennen sich selbst “Knechte” dieses Gottes und das zeigt uns auch, wie dieser Ausdruck “der Gott des Himmels und der Erde” zu verstehen ist. Er ist der Herr über Himmel und Erde. Himmel und Erde gehören ihm und er herrscht über alles. Niemand hat Gott zum Herrscher über Himmel und Erde gemacht. Er ist der Herrscher und hat uneingeschränkte Macht. Die logische Folge: Wir sind seine Diener. Das ist unsere eigentliche Bestimmung.
Der Gott des Himmels und der Erde ist weder fern noch eingesperrt. Er ist der allmächtige Herrscher über alles – und gleichzeitig sehr viel näher, als wir denken. Wir können ihm überall begegnen, denn er durchdringt Himmel und Erde. Die Frage ist also nicht, wo Gott ist, sondern ob wir bereit sind, ihn als Herr anzuerkennen und ihm als Knechte zu dienen.
Siehe auch
- Der Gott deines Vaters - Artikel über die Nähe Gottes
Zum Nachlesen:
- Psalm 139,5-7 Gott umgibt uns von allen Seiten und man kann sich nicht vor ihm verstecken.
- Jeremia 23,23-24 Wir können uns nicht vor Gott verstecken, denn er erfüllt alles.
- 1. Könige 8,27 Gott füllt Himmel und Erde und wohnt nicht in Häusern.
- Matthäus 28,20 Das Versprechen seiner Gegenwart
- 1. Korinther 6,19 Gott wohnt durch den Heiligen Geist in allen Gläubigen.
- Kolosser 1,27 Christus ist in den Gläubigen!