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Namen und Bezeichnungen Gottes Teil 4 von 4

Der HERR, unsere Gerechtigkeit

Thomas Roser

Thomas Roser

22. April 2023

Einer der tiefgründigsten Name Gottes ist Jahwe Zidkenu, Jahwe unsere Gerechtigkeit. Je nach Bibelübersetzung auch “Der HERR, unsere Gerechtigkeit”. Im Folgenden verwende ich verschiedene Übersetzungen der Bibel, um bestimmte Nuancen deutlich zu machen. Zu finden ist dieser Name Jahwe Zidkenu, Jahwe unsere Gerechtigkeit beim Propheten Jeremia:

[!zitat] Jeremia 23,5-6 (Übersetzung: Jantzen 2022)

Aus neutestamentlicher Sicht ist uns völlig klar, wer hier gemeint ist: Jesus Christus. Er ist der gerechte Sproß Davids. Zwei verschiedene Geschlechtsregister bezeugen uns, dass er von König David abstammte - und zwar sowohl über seinen juristischen Vater Josef, als auch über seine leibliche Mutter Maria.

Seine Abstammung ist ein Aspekt. Der andere ist die Gerechtigkeit. Dreimal geht es in diesem kurzen Abschnitt um Gerechtigkeit:

  1. Der Spross (also Nachkomme) Davids wird gerecht sein.
  2. Er wird Recht und Gerechtigkeit schaffen
  3. Man wird ihn nicht nur als Menschen verehren: Er ist Jahweh, der HERR!

Dieser dritte und letzte Punkt ist der entscheidende. Denn in der Prophetie spricht Jahwe, der HERR selbst und sagt über diesen kommenden Gerechten, dass man ihn Jahwe (HERR) nennen wird. Es geht also nicht nur um einen Menschen, sondern um Gott, den HERRN selbst. Hat Jesus Christus diese Prophetie wirklich erfüllt? Ein Blick ins Neue Testament zeigt es deutlich:

1: Jesus Christus war gerecht

Wenn im Alten Testament ein Opfertier für die Schuld der Menschen sterben musste, so war die wichtigste Voraussetzung, dass dieses Opfertier makellos war. Man durfte kein kränkliches oder missgebildetes Tier darbringen, sondern es musste in jeder Hinsicht vollkommen sein. An mehreren Stellen wird uns von Jesus Christus deutlich bezeugt, dass er vollkommen gerecht und vollkommen sündlos war. Im 1.Johannesbrief finden wir gleich drei dieser Stellen:

[!zitat] 1.Johannes 2,1 + 29 und 3,7 2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. 2,29 Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt, dass jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist. 3,7 Kinder, dass niemand euch verführe! Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, wie er gerecht ist. (Übersetzung: Elberfelder)

Jesus Christus war also durch und durch gerecht. Er kam aber nicht als einer in die Welt, dem die Sünde nichts anhaben konnte. Er wurde versucht wie wir und ist doch ohne Sünde geblieben:

[!zitat] Hebräer 4,15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise (wie wir), doch ohne Sünde.
(Übersetzung: Schlachter 2000)

Jesus wurde also nicht vor den Versuchungen verschont, denen wir ausgesetzt sind. Er wurde genauso auf die Probe gestellt wie wir, hat sich jedoch niemals zu einer Sünde verleiten lassen. Nur so konnte er das vollkommene Opfer für die Sünden werden.

2: Jesus Christus hat Gerechtigkeit geschaffen.

Im Alten Testament wurde Gerechtigkeit gefordert. Das Neue Testament berichtet uns davon, wie Gerechtigkeit geschaffen wurde. Die Sünde war ein schrecklicher Angriff auf Gottes Heiligkeit und die Welt war ohne Gerechtigkeit. Jesus Christus hätte Gerechtigkeit wiederherstellen können, indem er einfach alle Sünder vernichtet. Das wäre eine Möglichkeit gewesen und niemand hätte ihm einen Vorwurf machen können. Aber er ist den schweren Weg ans Kreuz gegangen. Er hat Gottes Rechtsforderung erfüllt, indem er den Lohn der Sünde (das ist der Tod) getragen hat. Jesus Christus hat am Kreuz von Golgatha das Gericht über unsere Sünde getragen. Sehr schön wird die Stelle in Römer 5, in der das steht, von Karl-Heinz Vanheiden übersetzt:

[!zitat] Römer 5,18-19 18 So wie eine einzige Verfehlung allen Menschen die Verdammnis brachte, so bringt eine einzige Tat, die Gottes Rechtsforderung erfüllte, allen Menschen den Freispruch und damit das Leben. 19 Genauso wie durch den Ungehorsam eines einzigen Menschen unzählige zu Sündern wurden, so werden durch den Gehorsam eines Einzigen unzählige zu Gerechten. (Neue evangelistische Übersetzung)

Jesus Christus hat Recht und Gerechtigkeit geschaffen - nicht, in dem er die Sünder beseitigt hat. Stattdessen wurde er selbst zur Sünde gemacht, damit wir gerecht gemacht werden konnten.

[!zitat] 2.Korinther 5,21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

3: Er IST unsere Gerechtigkeit. Er ist Jahwe, der HERR

[!zitat] 1.Korinther 1,30 Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung (Übersetzung: Elberfelder)

Christus IST also unsere Gerechtigkeit geworden. Das ist wichtig, dies so zu betonen. Denn er hat uns nicht nur Gerechtigkeit geschenkt. Dann hätten wir etwas zum Besitz bekommen und könnten das unabhängig von ihm in Anspruch nehmen. Nein, so ist es nicht, denn er IST unsere Gerechtigkeit. Alle unsere Gerechtigkeit hängt an ihm - so wie auch unsere Weisheit und Heiligkeit und Erlösung. Alles hängt an ihm, weil er unsere Gerechtigkeit geworden ist.

Nun noch einmal zu unserem Ausgangstext:

[!zitat] Jeremia 23,5-6 „Siehe, Tage kommen“, ist der Spruch Jahwes, „da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken. Und der wird als König herrschen und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit schaffen im Lande. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel in Sicherheit wohnen. Und dieses wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: „Jahweh, unsere Gerechtigkeit“ (Übersetzung: Jantzen 2022)

Aus dem Alten Testament wissen wir: der kommende Gerechte wird genannt “Jahweh ist unsere Gerechtigkeit”. Aus dem Neuen Testament wissen wir: Jesus Christus ist unsere Gerechtigkeit geworden. Das lässt nur einen einzigen Schluss zu: Jesus Christus ist Jahweh, der HERR!

Anwendung

Was machen wir nun mit dieser Erkenntnis? Ist das nur ein theoretisches Wissen oder eine theologische Spitzfindigkeit? Was bringt es uns für unser tägliches Leben, wenn wir das wissen, dass er erstens gerecht war, zweitens Gerechtigkeit geschaffen hat und dass er drittens unsere Gerechtigkeit ist?

Viel, denn es macht klar, dass wir nicht ohne ihn in Gerechtigkeit leben können. Ohne Jesus Christus gibt es keine Gerechtigkeit. Die drei Stellen aus dem 1.Johannesbrief mache das wunderbar deutlich. Deswegen hier noch einmal:

[!zitat] 1.Johannes 2,1 2,1 Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. (Übersetzung: Elberfelder)

Selbst wenn wir sündigen, dann ist da immer noch Jesus Christus, der Gerechte, der für uns als unser “Sachwalter“ - als unser Anwalt und Fürsprecher beim Vater für uns eintritt. Das gibt uns Mut und Hoffnung und ermutigt uns, 1.Johannes 1,9 wirklich in Anspruch zu nehmen.

[!zitat] 1.Johannes 1,9 Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. (Übersetzung: Schlachter 2000 und Elberfelder)

Wir führen kein vollkommen gerechtes Leben in vollkommener Gerechtigkeit. Keiner von uns erfüllt den Anspruch Gottes an Gerechtigkeit und Heiligkeit. Wir alle sündigen immer wieder. Das ist traurig, aber wahr. Aber wahr ist auch: das könnte anders sein, denn unsere Gerechtigkeit kommt von ihm und wenn wir sündigen, so können wir auf Vergebung hoffen, wenn wir ihn, den Gerechten um Vergebung bitten. Denn er ist der HERR, unsere Gerechtigkeit!

Wir sollen keineswegs leichtfertig mit der Sünde spielen, sondern die Gerechtigkeit tun. Damit beweisen wir nämlich, dass wir aus ihm geboren sind und dass wir mit ihm, dem HERRN verbunden sind, der unsere Gerechtigkeit ist.

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Jahwe Zidkenu Namen Gottes Gerechtigkeit durch Christus Messianische Prophetie