KI & Glaube (BiWuZoGe) • Teil 2 von 3
BiWuZoGe-02 - Gottes Gegenprogramm
Thomas Roser
27. Dezember 2025
Gottes Gegenprogramm zu Wut und Zorn: “BiWuZoGe” in der Bibel
Im ersten Teil unserer kleinen Serie BiWuZoGe haben wir gesehen, dass Bitterkeit, Wut, Zorn und Geschrei (BiWuZoGe) nicht nur zufällige Reaktionen sind, sondern oft das unselige Nebenprodukt einer riesigen, KI-gestützten Industrie, die bereit ist, Bitterkeit, Wut, Zorn und Geschrei zu produzieren und zu verbreiten, um mit Werbung Geld zu verdienen. Wir erleben, dass diese Dinge unser Zusammenleben als Gesellschaft und auch als christliche Gemeinde bereits spürbar beeinflussen. Es ist eine reelle Gefahr - auch für uns als Christen und für die christliche Gemeinde. Doch unser Herr Jesus Christus lässt uns in dieser Gefahr nicht allein. Er hat ein Gegenprogramm - Gottes Gegenprogramm gegen die Wut.
Wir haben im vorigen Artikel mit einer deutlichen Warnung begonnen, die uns zeigt, wie groß die Gefahr ist, die im Zorn liegt:
[Epheser 4,26-27 - Schlachter 2000]
26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn!
27 Gebt auch nicht Raum dem Teufel!
Hier erfahren wir, wie groß die Gefahr ist, in die wir uns begeben, wenn wir Zorn pflegen. Wir geben damit dem Teufel Raum – und das kann keiner von uns wollen. In Vers 28 wird beschrieben, was Christen tun sollen, die vor ihrer Bekehrung gestohlen haben. Dann geht es weiter in Vers 29:
[Epheser 4,29 - Schlachter 2000]
29 Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe.
Was sind “schlechte Worte” oder „faule Worte“?
Nun könnte man aber einwenden, dass Paulus da ja vom MUND die Rede ist und nicht von Social-Media-Beiträgen. Ja, dieser Gedanke ist richtig: Paulus hat vom Mund geschrieben, weil das damals der normale Weg war, Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, Geschrei und hässliche Redensarten von sich zu geben, also schlechte Worte. Heute ist es der übliche Weg, schlechte Worte über sogenannte Soziale Netzwerke wie WhatsApp, TikTok und X (Twitter) zu verbreiten. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Vers darauf genau so anzuwenden ist. Es geht Paulus eben nicht nur um unseren Mund, sondern darum, dass von uns als Gläubige keine schlechten Worte kommen sollen.
Nun steht hier “kein schlechtes Wort” in der Schlachter 2000. Wir schauen uns an, wie genau das gemeint ist. Die Elberfelder- und die Jantzen-Übersetzung haben hier “kein faules Wort”. Die Bedeutung ist dann schon ein bisschen umfassender. Denn faule Worte, das können auch scheinbar vernünftige Aussagen sein, die aber nicht gut sind zur Erbauung und den Hörern keine Gnade bringen, wie es ja im zweiten Teil des Verses gefordert wird.
Das griechische Wort, das hier steht, wird ansonsten im Neuen Testament nur für einen faulen Baum verwendet, der keine guten Früchte bringt, oder für faule Fische. In beiden Fällen werden die weggeworfen. Von dieser Art sind die faulen Worte.
Die Ernsthaftigkeit von “KEIN”
Wichtig ist auch, dass wir begreifen, dass die Aussage “KEIN faules Wort” nicht meint, meistens nicht oder vorzugsweise nicht, aber manchmal schon. Nein – das griechische Wort, das hier mit “KEIN” übersetzt wird, lässt uns hier keinen Ausweg offen. Kein einziges faules Wort ist erlaubt. Kein einziges. Niemals. Wir dürfen uns also an keiner Stelle darauf einlassen, faule Worte auszudrücken oder die faulen Worte von anderen weiterzuleiten. Jedes Mal, wenn wir das tun, laden wir Schuld auf uns.
Aber Paulus spricht nicht nur eine Warnung aus, sondern er zeigt uns Gottes Gegenentwurf:
[Epheser 4,29 Jantzen 2022]
Kein faules Wort gehe aus eurem Mund hervor,
nur eines, das gut ist zur Erbauung nach Bedarf, damit es den Hörern Gnade gebe.
Ich bin also verpflichtet dazu, mir bei jedem meiner Worte – ob gesprochen, geschrieben oder geteilt – zu überlegen, ob mein Gegenüber der Erbauung bedarf und wie ich diesen Bedarf nach Erbauung durch meine Worte am besten stillen kann. Das Ziel ist es, Gottes Gnade durch Worte zu vermitteln. Das ist ein sehr hoher Anspruch! Wer von uns kann behaupten, dem gerecht zu werden?
Den Heiligen Geist nicht betrüben
In Vers 29 finden wir das Verbot, faule Worte zu verbreiten und wir finden Gottes Alternative: Wir sollen unsere Worte so einsetzen, dass sie Erbauung und Gnade vermitteln. In Vers 31 kommt dann das Verbot von BiWuZoGe:
[Epheser 4,31 - Schlachter 2000]
Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit.
Dieser Vers ist ja sehr klar in seiner Aussage und jeder versteht sofort, was hier gefordert wird. Betrachten wir nun aber den Vers, der wie ein Sandwich zwischen der Mahnung gegen die faulen Worte und dem klaren Gebot, BiWuZoGe wegzutun, steht:
[Epheser 4,30]
30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!
Vers 30 muss also in diesem Zusammenhang verstanden werden:
-
Jedes Mal, wenn ein faules Wort von mir kommt, betrübe ich den Heiligen Geist Gottes.
-
Jedes Mal, wenn Bitterkeit und Wut und Zorn in mir hochkochen, dann betrübe ich den Heiligen Geist Gottes.
-
Jedes Mal, wenn ich Geschrei und Lästerung oder Boshaftes von mir gebe, dann betrübe ich den Heiligen Geist Gottes.
Dieser Gedanke betrübt uns. Es macht uns traurig über uns selbst. Denn wer von uns hat sich hier noch nicht schuldig gemacht? Jeder von uns (und ich schließe mich da ausdrücklich mit ein) kann sich nur die Frage stellen: Wie oft bin ich hier schon gefallen? Wie oft habe ich hier schon versagt? Kein ernsthafter Christ kann wohl von sich behaupten, sich hier nie schuldig gemacht zu haben.
Wie geht es Dir damit? Erkennst Du, wenn Du auf dein Leben blickst, auch Zorn und Wut? Oder faule Worte? Hast Du dich vielleicht auch daran beteiligt, solche Dinge weiterzuleiten in WhatsApp oder Facebook oder Youtube-Videos oder TikTok-Videos, die faule Worte enthalten haben?
Wenn wir hier aufrichtig sind, müssen wir unsere Schuld bekennen. Aber die gute Nachricht ist, dass wir das können und dürfen:
[1.Johannes 1,9 (Jantzen 2022)]
Wenn wir unsere Sünden bekennen,
ist er treu und gerecht,
dass er uns die Sünden vergibt
und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Dieser Vers ist nicht für irgendwelche Menschen geschrieben, sondern er richtet sich an gläubige Christen. Er enthält eine sehr mutmachende, großartige Verheißung und jeder von uns ist eingeladen, Gott hier bei seinem Wort zu nehmen. Probiere es aus und Du wirst erfahren, wie kraftvoll die Macht seiner Vergebung ist. Es kommt nicht auf unsere Treue und Gerechtigkeit an, sondern nur darauf, dass ER treu und gerecht ist. Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann zeigt uns Jesus Christus seine Treue und Gerechtigkeit und er vergibt uns diese Sünden und reinigt uns von jeder Ungerechtigkeit. Wir dürfen immer wieder mit einem reinen Gewissen einen neuen Anfang machen. Das ist eine großartige Zusage - wann hast du das zuletzt in Anspruch genommen?
Im dritten und letzten Artikel wollen wir uns anschauen, wie Gottes Gegenprogramm im Detail aussieht und wie uns Epheser 4,31-32 Mut gegen die Wut schenkt.
Teil 3: Mut gegen die Wut: Wie uns Gottes Vergebung von “BiWuZoGe” befreit