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KI & Glaube (BiWuZoGe) Teil 3 von 3

BiWuZoGe-03 - Mut gegen die Wut

Thomas Roser

Thomas Roser

28. Dezember 2025

Mut gegen die Wut: Wie uns Gottes Vergebung von “BiWuZoGe” befreit (Epheser 4,31-32)

Wir haben in den ersten beiden Artikeln die erschreckende Mechanik des “Rage Farming” und die ernste biblische Diagnose des “BiWuZoGe” (Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei) kennengelernt. Wir haben gesehen, dass jedes faule Wort, das wir äußern oder teilen, den Heiligen Geist betrübt.

Doch die Heilige Schrift belässt uns nicht in unserer Schuld und Traurigkeit. Sie liefert nicht nur die Diagnose, sondern auch das heilende Gegenprogramm – Mut gegen die Wut, verankert in der herrlichen Freiheit, die wir in Christus gefunden haben.

Lasst uns die letzten Verse des Abschnitts in Epheser 4 betrachten, die uns den Weg in diese Freiheit zeigen:

[Epheser 4,29-32]

29 Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe.
30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!
31 Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit.
32 Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Die Befreiung in Vers 31

Zuerst die klare Anweisung in Vers 31. Hier werden die unheilvollen Früchte aufgezählt, die wir so oft in den sozialen Medien und leider auch so oft in unseren Herzen finden: Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung.

Paulus sagt nicht, dass diese Dinge kontrolliert werden sollen oder dass wir versuchen sollen, sie zu vermeiden. Er gibt uns nicht den Rat, uns anzustrengen, sie ein bisschen einzudämmen. Er sagt: Das sei von euch weggetan. Das ist eine endgültige und radikale Aufforderung. Wenn Du dich als bibeltreuer Christ bezeichnest, dann musst Du dich klar, eindeutig und dauerhaft von diesem Zeitgeist trennen. Als Christen dürfen wir uns nicht den Empörungs- und Wutkampagnen anschließen, von denen das Internet heute geprägt sind. Als Christen haben wir nichts zu tun mit Verschwörungstheorien und Hass, Wut oder Zorn.

Wenn wir uns die Strategie der Wutbewirtschaftung, des “Rage Farming” noch einmal vor Augen führen, sehen wir: Der Zeitgeist will genau diese negativen Emotionen in uns züchten und vermehren. Gott aber will sie vollständig eliminieren. Diese Dinge dürfen keinen Platz in unserem Leben haben.

Die Quelle der Veränderung in Vers 32

Wie aber können wir diese tief verwurzelten Gefühle – besonders die Bitterkeit und den Zorn – einfach “wegtun”? Wir haben gesehen, dass wir jederzeit zu ihm kommen dürfen, um seine Vergebung zu bekommen, wenn wir gesündigt haben (1.Johannes 1,9). Aus seiner herrlichen Gnade leben wir alle jeden Tag.

Aber auch in unserem Textabschnitt in Epheser 4 geht es um Vergebung. Paulus liefert die Antwort in Vers 32, der die Grundlage für das ganze göttliche Gegenprogramm bildet:

[!zitat] Epheser 4,32

32 Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Hier ist von der Vergebung die Rede, die wir empfangen haben und aus der wir leben. Hier spricht Paulus von der Vergebung, auf deren Grundlage wir erlöst worden sind und durch die wir als Erlöste hier zusammenkommen dürfen.

Diese Vergebung ist die eigentliche Quelle von Mut gegen die Wut.

  • Seine Vergebung kann uns frei machen von all der Bitterkeit, die wir aufgehäuft haben.

  • Seine Vergebung kann uns frei von unserer Wut – wenn wir uns darauf einlassen.

  • Sie befreit uns von unserem Zorn, wenn wir bereit sind, den Zorn aufzugeben.

Wenn wir das begreifen, dann bekommen wir MUT – gegen die Wut.

Seine Vergebung will uns dazu bringen, dass wir auch anderen Vergebung gewähren und das Geschrei und Lästerung nicht nur sein lassen, sondern von uns wegtun. Seine Vergebung gibt uns die Chance dazu. Sie macht uns frei!

Die Botschaft der Freiheit

Das ist die Hauptbotschaft:

Er hat vergeben und er vergibt gern. Und das macht mich frei, auch zu vergeben.

Ich bringe Dir heute eine herrliche, eine frohe, eine freimachende, eine freudevolle Botschaft: Sind deine Sünden von Jesus Christus vergeben worden? Dann gilt das auch für Dich: Er hat mir seinen Heiligen Geist geschenkt (Vers 30) und ich muss nicht länger so leben, wie der Zeitgeist es tut. Der ungute Geist dieser Welt, der sich in Hass und Bitterkeit, in Wut und Zorn, in Geschrei und Lästerung entlädt, der geht mich nichts mehr an. Das alles geht mich nichts mehr an, weil ich nicht nur mit einem neuen Geist beschenkt worden bin, sondern mit dem Heiligen Geist Gottes versiegelt wurde für den Tag der Erlösung (Epheser 1,13). Er hat mich erlöst und hat sein Siegel drauf gemacht. Ich muss nicht mehr mitschwimmen in der trüben Brühe der faulen Worte und der bösartigen Gedanken.

Ich bin frei.

Gepriesen sei unser Herr Jesus Christus, der uns erlöst hat zu einem neuen Leben in Freiheit und Freude.

Zum Abschluss: Ein praktischer Schritt

Lieber Bruder, liebe Schwester, wenn Du aufrichtig erkennst, dass Du Dich an faulen Worten oder an der Wut beteiligt hast, dann gilt immer dieser eine Vers, den ich schon im vorigen Artikel zitiert habe:

[1.Johannes 1,9 (Jantzen 2022)]

Wenn wir unsere Sünden bekennen,
ist er treu und gerecht,
dass er uns die Sünden vergibt
und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Seine Vergebung macht frei - wirklich frei. Bekenne ihm, wenn Du dich schuldig gemacht hast und erlebe die Freiheit, die seine Erlösung und seine Vergebung uns schenkt. Lass uns diese Freiheit nutzen. Wenn Du auf Plattformen im Internet unterwegs bist, dann überlege bei jedem Klick, bei jedem Kommentar: Bringt es Gnade? Dient es zur Erbauung? Wenn nicht, lass es weg.