Namen und Bezeichnungen Gottes • Teil 20 von 20
Der Sohn seiner Liebe
Thomas Roser
14. August 2023
Kolosser 1,12-14
12 danksagend dem Vater, der uns fähig gemacht hat zu dem Anteil am Erbe der Heiligen in dem Licht,
13 der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt hat in das Reich
des Sohnes seiner Liebe,
14 in dem wir die Erlösung haben, die Vergebung der Sünden(Übersetzung: Elberfelder)
Es ist verlockend, hier nur unsere Errettung zu sehen. Denn vor den vier Worten „des Sohnes seiner Liebe“ geht es um unsere Errettung und danach geht es um unsere Erlösung. Wenn es um uns geht, dann blenden wir zu schnell alles andere aus. Aber hier steht eben ein ganz anderer im Mittelpunkt: Jesus Christus, “der Sohn seiner Liebe”, denn IN IHM haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Was ist gemeint mit „der Sohn seiner Liebe“?
Um das zu verstehen, schauen wir uns ähnliche Stellen an. Ganz ähnlich klingt das in Epheser 1,7, was auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass die beiden Briefe zur gleichen Zeit geschrieben wurden:
Epheser 1,6-7
6 zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, womit er uns begnadigt hat in dem Geliebten
7 in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade,(Übersetzung: Elberfelder)
Auch hier wird deutlich, dass wir „in dem Geliebten“ (Sohn) begnadigt sind und dass wir IN IHM die Erlösung haben durch sein Blut.
Um nun aber die Frage zu beantworten, müssen wir weiter zurückgehen. Im sogenannten hohepriesterlichen Gebet in Johannes 17 lesen wir:
Johannes 17,24
Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast,
denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.(Übersetzung: Elberfelder)
Der Vater hat den Sohn nicht erst bei seiner Geburt ‚entdeckt‘. Nein – vor Grundlegung der Welt liebte er ihn schon (Joh 17,24). Von Ewigkeit her ist der Sohn schon der geliebte Sohn, denn er ist schon immer da.
Johannes 3,35
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.(Übersetzung: Elberfelder)
Eine weitere Stelle, wo die Liebe des Vaters zum Sohn ausgedrückt wird. Und hier finden wir nun die Begründung dafür, warum in Kolosser 1 vom „Reich des Sohnes seiner Liebe“ die Rede ist. Der Sohn (seiner Liebe) hat die Herrschaft. Alle Dinge sind in seiner Hand und er regiert über alles. Der Vater hat ihm alles übergeben und der Vater sagt auch, dass wir auf ihn hören sollen.
Die Stimme des Vaters
Matthäus 17,5
Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme erging aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; ihn hört.(Übersetzung: Elberfelder)
Nun ist diese Stelle etwas ganz Besonderes. Wir haben 2 Aussagen von Paulus gelesen (Epheser 1,6 und Kolosser 1,13). Wir haben die Selbstaussage von Jesus Christus gehört (Johannes 3,35). Aber hier spricht der Vater, hörbar für die Menschen, die dabei waren und er bekennt sich zu seinem geliebten Sohn und sagt „ihn hört“. Damit ist gemeint, wir sollen uns ihm unterordnen.
Petrus war dabei und legt diese Stelle später so aus:
2.Petrus 1,16-19
16 Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus nicht kundgetan, indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern als solche, die Augenzeugen seiner herrlichen Größe geworden sind.
17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“
18 Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.
19 Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen;(Übersetzung: Elberfelder)
In Vers 17 stellt er fest, dass diese Aussage der Punkt war, an dem er vom Vater Ehre und Herrlichkeit empfangen hat. In Vers 16 spricht er von der Augenzeugenschaft und in Vers 18 davon, dass die drei Jünger diese Stimme vom Himmel her gehört haben. Für Petrus (und der muss es ja wissen) bedeutet „der geliebte Sohn Gottes“, dass dieser geliebte Sohn Ehre und Herrlichkeit empfangen hat. Nicht aber von Menschen, sondern direkt von Gott, dem Vater selbst. Es kann keine größere Ehre und es kann keine größere Herrlichkeit geben!
Fazit
„Der Sohn seiner Liebe“ drückt also aus, dass Jesus Christus …
- …vor Grundlegung der Welt schon da war und vom Vater geliebt war (Johannes 17,24)
- …vom Vater alle Herrschaft (Johannes 3,35) und alles Gericht (Johannes 5,20-23) übergeben hat.
- …Ehre und Herrlichkeit von Gott, dem Vater empfangen hat (2.Petrus 1,17)
- …der ist, auf den wir hören sollen (Matthäus 17,5)
Das ist der Rahmen, um den es geht, wenn Paulus sowohl in Kolosser 1,13 und Epheser 1,6 davon spricht, dass wir in ihm die Erlösung haben.