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Die Entrückung im 1.Thessalonicherbrief
1.Thess.1,9+ 10 :
"9 Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott 10 und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet."
Die Errettung, Bekehrung führt zum Dienst für den lebendigen und wahren Gott.
Und sie führt in eine Wartestellung. Nun gibt es ja eine ganze Reihe von Möglichkeiten, auf was man warten kann : Wir können auf den großen Abfall warten, auf Verfolgung und Leid, auf immer mehr Kriege, Erdbeben und Seuchen, Hungersnöte und Kriminalität. Aber in der Bibel werden wir nie dazu aufgerufen, darauf zu "warten". Christen warten auf Jesus Christus. Er war schon einmal da, um die Erlösung für uns zu schaffen. dafür ging er ans Kreuz, starb für uns und ist dann wieder auferstanden. Wir warten nun auf seine Wiederkunft. Und Paulus sagt in Vers 10 "und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet."
Christen warten auf den Sohn Gottes vom Himmel herabkommend, der uns vor dem zukünftigen Zorn errettet. Das ist eine sehr interessante Feststellung, die hier getroffen wird. Und es ist auch eine sehr Botschaft voller Hoffnung und Zuversicht.
Das ganze Thema wird im 1.Thessalonicherbrief noch näher erläutert und wir lesen nun einfach mal weiter:
Ein Wort vom Herrn
1.Thess.4,15 : "Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn..."
Der Apostel Paulus spricht ein Wort vom HERRN. Es sind nicht seine eigenen Ideen, er hat sie auch nicht von Petrus gehört. Er beruft sich aber auch nicht auf bereits Bekanntes, sondern er teilt nun den Thessalonichern etwas Neues mit, aber es kommt nicht von ihm, sondern von Gott.
Der Grund für diese Mitteilung
1.Thess.4,13 : "Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben."
Wahrscheinlich hatten die Thessalonicher Sorgen wegen der bereits Verstorbenen. Das ist auch verständlich, wenn man bedenkt, in welcher geschichtlich einmaligen Situation sich die ersten Gemeinden befanden.
Es war ja klar angekündigt, daß Jesus (bald) wiederkommen würde. Jesus selbst hatte gesagt, daß er wiederkommen würde und nichts in seinen Äußerungen deutete auf eine ferne, ferne Zukunft hin. Auch die Verkündigung der Apostel lief darauf hinaus, daß es wohl recht bald geschehen würde. Die Wiederkunft wurde von ihnen in allernächster Zeit erwartet. Und auch die Gemeinden erwarteten die Wiederkunft wirklich zeitnah und nicht 1000 oder 2000 Jahre später.
Umso erschreckender muß es dann gewesen sein, daß dann Monat für Monat und Jahr für Jahr verstrich, ohne daß Jesus wiederkam. Und dann starben die ersten Brüder und Schwestern. Und in den Verfolgungen wurden Geschwister getötet. Was war nun mit diesen bei der Wiederkunft Jesu ?
Waren diese bereits gestorbenen Geschwister benachteiligt ? Oder bevorzugt ?
Diese Frage muß die Christen damals beschäftigt haben.
Und Gott gab (durch Paulus) eine sehr einfache Antwort auf diese wichtige und schwierige Frage. Die Antwort liegt auch hier im Leiden, Sterben und in der Auferstehung unseres HERRN Jesus Christus.
Was geschieht mit den Toten in Christus ?
1.Thess.4,14 : "Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen."
Die absolute Grundlage für alle weiteren Überlegungen ist das Sterben und die Auferstehung Christi . Paulus hatte das ja den Korinthern ja schon in aller Deutlichkeit geschrieben (1.Kor.15). Und auch in der konkreten Frage, was mit den bereits Gestorbenen passiert, ist diese Grundwahrheit des christlichen Glaubens das Fundament aller weiteren Überlegungen. Christus ist gestorben und auferstanden.
Römer 6,3-5 :
"3 Oder wißt ihr nicht, daß wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? 4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein;"
Es ist deshalb völlig klar, daß (nach dem Vorbild des Christus) auch die bereits Gestorbenen wieder auferstehen werden und bei Jesus sein werden ("so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen" 1.Thess.4,14). Das steht völlig außer Frage. Und nun wird in 1.Thess.4 noch die Frage geklärt, wer denn nun "benachteiligt" wird : Die Gestorbenen oder die bei der Wiederkunft noch Lebenden.
2.Thess.4,15 + 17 :
"Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen; .........17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit."
Es ist also hier klargestellt, daß es keinen zeitlichen Vorteil für die Gestorbenen oder noch Lebenden gibt. Bereits Gestorbene und bei der Wiederkunft Jesu noch Lebende werden gleichzeitig beim HERRN sein.
Die Entrückung
In 1.Thess.4,16+17 beschreibt Paulus dann das Ereignis der Entrückung :
"16 denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. "
Die Toten werden also auferstehen (wie das bei Jesus Christus auch war, siehe Vers 14). Dann werden gleichzeitig die noch lebenden Gläubigen und die bereits gestorbenen (und jetzt auferstandenen) Gläubigen in die Luft "gerissen" (so die wörtliche Übersetzung des Wortes für die Entrückung) und dort, in der Höhe, werden wir dann dem HERRN Jesus Christus begegnen und allezeit (ewig) bei ihm sein.
Der Zeitpunkt
1.Thess.5,1-3 :
"1 Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben. 2 Denn ihr wißt ja genau, daß der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. 3 Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen."
Der Zeitpunkt ist vorher nicht bekannt und lässt sich auch nicht berechnen (Apg.1,7) und das scheint in den damaligen Gemeinden auch bekannt gewesen zu sein. Nun ist in Vers 3 plötzlich nicht mehr von "wir" die Rede, sondern von "sie" :"Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen".
Damit sind die Ungläubigen gemeint, die nicht mit den Gläubigen entrückt werden, um beim HERRN zu sein, sondern über diese (Ungläubigen) wird das Verderben kommen. Das ist "der künftige Zorn", von dem schon in 1.Thess.1,10 die Rede ist und der nicht für Gläubige bestimmt ist (Röm.5,9 !).
Die Schlußfolgerung des Paulus :
1.Thess.5,4-5+9 :
"4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte, 5 Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. 6 So laßt uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein! 7 Denn die Schlafenden schlafen bei Nacht, und die Betrunkenen sind bei Nacht betrunken; 8 wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. 9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt, sondern zum Besitz des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben sollen."
Ich habe nun in diesem Bibeltext einige Dinge mit Fettdruck hervorgehoben, weil der Apostel hier quasi nebenbei einige wichtige Fragen der Christenheit ein für allemal klärt :
1.Wir Christen sind nicht in der Finsternis, sondern gehören zum Licht.
Und wir sind nicht zum Zorn bestimmt. Das Zorngericht über die Menschen der großen Drangsal ist nicht für die Christen bestimmt. Also findet die Entrückung vorher statt (Diese Wahrheit finden wir auch an anderen Bibelstellen - siehe auch den Artikel über den Zeitpunkt der Entrückung). Das ist die einzig mögliche Schlußfolgerung aus diesen Tatsachen. Wenn der Zorn Gottes über die Menschheit kommt und die Gemeinde nicht zum Zorn bestimmt wird, dann wäre es unlogisch anzunehmen, daß die Gemeinde diesen Zorn Gottes miterlebt. Sie wird also vor der großen Drangsal entrückt.
2.Wir Christen sind gerettet. Nicht nur möglicherweise !
In Vers 6 werden wir aufgefordert, nicht zu schlafen, in Vers 10 wird aber klargestellt, daß sowohl die Wachenden als auch die Schlafenden (sofern sie Christus angehören) zusammen mit ihm leben sollen. Hier werden wir deutlich daran erinnert, daß das Heil nicht verlorengehen kann. Wer gerettet ist, der kann nicht durch seine eigene Nachlässigkeit wieder verloren gehen, denn dann wäre ja das Heil wiederum von unseren Werken abhängig und das würde die Gnade aushebeln. Nun darf man natürlich nie mit der Gnade spielen und leichtfertig dahin sündigen, womöglich noch mit der abstrusen Begründung, "daß die Gnade größer werde" (Römer 6). Aber selbst wenn es Christen gibt, die manchmal allzu leichtfertig mit der Sünde spielen, so wird doch Gott nicht seine Verheißungen zurücknehmen. Und er wird sich doch sein großes Erlösungswerk nicht kaputtmachen lassen. Genau deswegen mußte Jesus ja für unsere Sünden sterben, weil wir eben aus eigener Kraft nicht bis zu unserem Lebensende rein, heilig und sündlos leben können.
Lange Rede, kurzer Sinn : Wer ein Kind Gottes ist, der bleibt ein Kind Gottes. Wer gerettet ist, der bleibt gerettet. (Anmerkung : Interessante Parallele zu dem Gleichnis mit den 10 Jungfrauen aus Matthäus 25 : Alle 10 schlafen ein, selbst die klugen Jungfrauen. Doch das Kriterium für den Einlaß ist nicht das Wachbleiben, sondern der Besitz von Öl. Dieses Öl ist ein Bild für den Heiligen Geist. Wer den Heiligen Geist nicht hat, der ist nicht Gottes Kind und wird nicht errettet werden ! Römer 8,9 !!! +Römer 5,5; Eph.1,13)
Handlungsanweisungen für die Gemeinde
Nun bleibt es aber nicht bei den Feststellungen über die Auferstehung und die Entrückung, sondern der Gemeinde (und damit auch uns) sind klare Anweisungen gegeben, wie wir leben sollen :
1.Thess.5,6-8
" 6 So laßt uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein!
7 Denn die Schlafenden schlafen bei Nacht, und die Betrunkenen sind bei Nacht betrunken;
8 wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. ....................."
Interessant, daß der Aspekt des Wachens und der Nüchternheit so vorangestellt werden wie hier. Auch Petrus schreibt uns in seinem Brief davon :
1.Petrus 5,8 : "Seid nüchtern und wacht Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann;"
Wer vor sich hindöst, wird den "listigen Kunstgriffen des Teufels" (Eph.6,11) nicht wiederstehen können. Wer träge in den Tag hineinlebt und gemütlich vor sich hin schlummert, der wird immer wieder buchstäblich auf die Schnauze fallen (siehe auch Sprüche 6,10-11).
Doch noch viel mehr wird im Neuen Testament immer wieder zur Nüchternheit ermahnt. In 1.Kor.15,34 wird die Nüchternheit als Teilaspekt der Erkenntnis Gottes dargestellt und in einem Atemzug dazu aufgerufen nüchtern zu sein und die Sünde zu meiden. Nüchternheit ist auch ein notwendiges Kennzeichen eines Ältesten (1.Tim.3,2). Aber auch andere sollen nüchtern sein (1.Tim.3,11, 2.Tim.3,4; Tit.2,2).
Interessant ist auch im 2.Timotheusbrief 2,26 davon ausgegangen wird, daß jemand, der im Irrtum verfallen ist, durch Nüchternheit wieder herauskommt aus diesem Fallstrick des Teufels.
Aber hier im 1.Thessalonicherbrief geht es ja gerade um Nüchternheit im Angesicht der baldigen Wiederkunft des HERRN Jesus Christus. Diese Verbindung zwischen Endzeit und notwendiger Nüchternheit finden wir auch in 1.Petr.4,7.
Aber was ist denn nun konkret gemeint mit "Nüchternheit" - es kann wohl kaum gemeint sein, daß sich Christen nicht ständig mit Alkohol vollaufen lassen (Eph.5,18). Es geht hier um eine geistliche Nüchternheit. Aber fehlende geistliche Nüchternheit führt zu ähnlichen Ergebnissen wie zuviel Alkohol. Wer betrunken ist, dem fehlt Unterscheidungsvermögen : Man kann dann nicht mehr richtig zwischen unwichtig und wichtig, gefährlich und ungefährlich usw. unterscheiden. Ein Betrunkener wird in seiner Wahrnehmung ganz wesentlich beeinträchtigt. Zuviel Alkohol führt dazu, daß man die Dinge "nicht mehr klar sieht" - im Extremfall bis zum Doppelt sehen. Ein Betrunkener steht auch in der Gefahr, seinen Gleichgewichtssinn zu verlieren. Das Ergebnis sind Torkeln und Hinfallen.
Ganz ähnliche Phänomene finden wir bei fehlender geistlicher Nüchternheit. Wer sich in einen religiösen Rausch begibt, der kann nicht mehr richtig unterscheiden zwischen unwichtig und wichtig, gefährlich und ungefährlich usw. Die Wahrnehmung wird beeinträchtigt, man sieht die Dinge nicht mehr so wie sie sind und man kann auch das Gleichgewicht verlieren und fallen. In einer unnüchternen Haltung kann man sich sehr leicht zu Dingen hinreißen lassen, die man später bereut. In einer unnüchternen Geisteshaltung verhält man sich anders, als wenn man nüchtern ist.
Deswegen ist es so wichtig, auch auf geistlichem Gebiet nüchtern zu bleiben. Man kann sich auch im christlichen Bereich sehr leicht und sehr extrem begeistern lassen, die Frage ist dann immer nur, was ist das dann für ein Geist, von dem man be-geist-ert ist. Eine klare nüchterne Analyse der Situation ist viel sinnvoller als hingebungsvolles Getöse mit salbungsvollen Worten. Ganz wichtig ist es auch, daß wir als Christen unsere Brüder und Schwestern haben, denn :
1.Thess.5,11 :"11 Darum ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr es auch tut! "
Wir sollen uns gegenseitig ermahnen (also sowohl trösten, als auch zurechtweisen) und uns gegenseitig erbauen, uns weiterhelfen und voranbringen.
1.Thess.5,12-13a : "12 Wir bitten euch aber, ihr Brüder, daß ihr diejenigen anerkennt, die an euch arbeiten und euch im Herrn vorstehen und euch zurechtweisen, 13 und daß ihr sie um so mehr in Liebe achtet um ihres Werkes willen. "
Hier ist nun von den Leitern der Gemeinde die Rede. Diese sollen den gleichen Dienst, den alle Geschwister tun, auf eine besondere Weise tun und der Gemeinde vorstehen.
Als nächstes kommt eine ganze Serie von Anweisung, die recht harmlos klingen, aber in der Praxis recht schwer umsetzbar sind.
1.Thess.5, 13b:"Lebt im Frieden miteinander! "
....soviel an euch liegt (Römer 12,18)
1.Thess.5,14 :"14 Wir ermahnen euch aber, Brüder: Verwarnt die Unordentlichen,
tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid langmütig gegen jedermann! "
Die letzten 3 Aufforderungen kennen wir ja als christlich, aber die Unordentlichen zu verwarnen ist in unserer Zeit politisch nicht korrekt. Weil sowieso alles als "in Ordnung" gilt, gibt es auch keine Unordentlichen und damit nichts zu verwarnen. Und schnell ist man dann noch dabei mit "Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du dich um den Splitter deines Bruders kümmerst" (Matth.7,5). Doch selbst wenn ich die größten Balken in meinem Auge habe, dann muß ich zuerst meinen Balken rausziehen und dann den Splitter beim anderen ansprechen. Wir machen es uns da oft viel zu bequem und sagen uns nicht gegenseitig, wenn wir merken, daß jemand in die Irre geht.
1.Thess.5, 15: "15 Seht darauf, daß niemand Böses mit Bösem vergilt, sondern trachtet allezeit nach dem Guten, sowohl untereinander als auch gegenüber jedermann! "
1.Thess.5, 16-18: "16 Freut euch allezeit! 17 Betet ohne Unterlaß! 18 Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. "
Allezeit - Ohne Unterlaß und in allem dankbar - ist das nicht unmöglich ? Vielleicht, wenn wir von uns und unserer Lebenssituation ausgehen, aber wenn wir es lernen würden, nur auf Jesus zu sehen, dann wäre das selbstverständlich kein Problem mehr - denn wahre Freude gibt es in Jesus Christus genug und ohne Unterlaß (also allezeit in einer Gebetshaltung sein und für alle Dinge zu beten) fällt uns dann auch leicht, wenn wir bei allem, was wir tun, auf Jesus schauen.
1.Thess.5, 19-22: "19 Den Geist dämpft nicht! 20 Die Weissagung verachtet nicht! 21 Prüft alles, das Gute behaltet! 22 Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt! ""
Gerade in der Zeit, in der wir leben, ist es wichtig, diesen Punkt immer wieder zu betonen, denn gerade, wenn es um den Heiligen Geist und um die Weissagung geht, dann kann man schnell auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Da gibt es die einen, die in völliger Unnüchternheit sofort Halleluja schreien, wenn einer nur behauptet, er hätte ein Wort vom Herrn. Und dann rennen sie jeder Irrlehre und menschlichen Fantasie hinterher, weil sie Vers 21-22 absolut mißachten. Und dann gibt es die anderen, die meinen, Paulus hätte die Verse 19-20 nur aus rhetorischen Gründen da eingefügt und Prüfung würde darin bestehen ALLES, aber auch wirklich ALLES abzulehnen, was sie nicht kennen. Beides ist falsch. Beides ist unnüchtern. Beides führt in die Irre. Natürlich gibt es heute keine Weissagung mehr im Sinne von neuer Offenbarung. Wer behauptet, so etwas zu haben ist ein falscher Prophet. Natürlich gibt es in der Christenheit unheimlich viele Irrlehren und unnüchterne Auswüchse bis hin zu ekstatischen Erlebnissen. Aber deswegen alles abzulehnen ist auch nicht der richtige Weg. Auch heute noch kann der Geist Gottes das Wort Gottes in eine Situation hineinsprechen und damit den Nagel so auf den Kopf treffen, daß Leben verändert werden. Und wenn man das Ganze nüchtern prüft, ob es mit der Heiligen Schrift übereinstimmt und auch nicht über die Schrift hinausgeht, dann werden wir genau dem gerecht, was hier gemeint ist. Zur Nüchternheit gehört auch, daß wir nüchtern anerkennen, daß Gottes Geist uns auch heute nicht neue Möglichkeiten, neue Formen und neue Sichtweisen eröffnet. ein großer Segen kann daraus erwachsen, wenn wir uns dem nicht verschließen, sondern nüchtern prüfen, ob etwas von Gott ist und es dann dankbar annehmen. Oder eben entschieden ablehnen, wenn es nicht von Gott ist.
Nun haben wir sehr schwierige Anweisungen und schier unerfüllbare Aufgaben bekommen - und sind damit wieder zurückgeworfen auf unseren Ausgangspunkt :
1.Thess.1,9+10 :
"9 Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott 10 und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet."
Wir sind errettet, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen. Wie das praktisch aussieht, haben wir im letzten Abschnitt nun gesehen. Doch gelingen kann es nur, wenn wir wirklich auf ihn warten - den Sohn vom Himmel. Nur wenn wir in allen Dingen ihn in den Mittelpunkt stellen und unser Leben wirklich von ihm bestimmt ist, dann kann es gelingen, daß wir all diese Dinge ausleben. Denn eines ist sicher : Wir haben nichts dazu beigetragen, daß wir errettet wurden. Wir können auch nichts dazu beitragen, daß wir vollendet werden. Aber so wie wir uns bei unserer Bekehrung Jesus ganz hingegeben haben, so sollen wir uns auch jetzt unserem HERRN ganz hingeben - und er wird uns zu seinem Ziel führen :
Er ist der Anfänger und er ist der Vollender unseres Glaubens :
Hebräer 12,1-2 : "1 Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so laßt uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und laßt uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, 2 indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat."
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