Wie gehen wir mit der Bibel um ? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: tr   

Viele Entscheidungen in der Gemeinde (und auch im persönlichen Leben jedes einzelnen Gläubigen) müssen immer wieder neu getroffen werden, weil neue Situationen auftreten, neue Personen dazu kommen und andere fehlen. Doch nach welchen Kriterien darf/soll/kann in einer Gemeinde entschieden werden. Konkret gefragt :

Was tun, wenn biblische Erkenntnis und menschliche Vorstellungen/Ideen/Weisheit sich widersprechen ?

(Die Grundlage zu diesem Text ist das, was Gottes Wort selbst über das Wort Gottes sagt : "Was sagt die Bibel über die Bibel " bitte vorher lesen)

Wir kennen aus der Bibel 4 Grundwahrheiten über die Bibel :

1.Das Wort Gottes kommt von Gott und ist mächtig
2.Das Wort Gottes schafft Leben und Glauben
3.Das Wort Gottes warnt uns vor jeder Verfälschung des Wortes Gottes
4.Das Wort Gottes fordert uns zum Gehorsam heraus

Damit ist auch schon relativ klar, wie Entscheidungsprozesse in der Gemeinde laufen sollten. Es gibt viele Dinge, über die wir gar nicht diskutieren und entscheiden können, weil sie im Wort Gottes bereits festgelegt sind. Und das sind auch die wichtigsten Dinge.
In der Frage, ob wir den Gemeindesaal weiß oder rosa streichen, sind wir völlig frei in unserer Entscheidung. Das ist nur eine Geschmacksfrage. I
n der Frage, ob Kinder mit Wasser besprengt oder wiedergeborene Christen durch Untertauchen getauft werden, sind wir nicht frei, denn das ist im Wort Gottes festgelegt.
In der Frage, ob wir den Gottesdienst am Sonntag vormittag machen oder am Sonntag abend, sind wir auch völlig frei. Das kann in der Gemeinde ausdiskutiert und entschieden werden.
Aber in der Frage, ob in diesem Gottesdienst nun hölzerne Figuren angebetet werden oder nicht, da sind wir nicht frei, weil das vom Wort Gottes her klar ist.

Also alles, was im Wort Gottes geregelt ist, muß in der Gemeinde auch genauso gemacht werden, wie es im Wort Gottes steht. Es steht uns nicht zu, an biblischen Geboten herumzubasteln. Saul hat das versucht und wurde für seinen Ungehorsam bestraft (1.Samuel 15 ) .

Wir können uns auch nicht aussuchen, welchen Geboten wir folgen und welchen nicht. Das Wort Gottes ist immer in seiner Ganzheit zu sehen und in seiner Ganzheit anzuwenden und zu befolgen (Offb.22,18-19). Wir können uns daher auch nicht vor dem Gehorsam drücken, indem wir die Bibel in "wichtige" und "weniger wichtige" Bereiche einteilen. Natürlich kann man diese Einteilung machen (wie hier), aber das darf nicht dazu führen, dass man auf diese Weise versucht, biblische Aussagen so weit abzuschwächen, daß man ihnen nicht mehr gehorchen muß. Denn damit würde sich ja der Mensch über Gott stellen und die menschlichen Regeln (die menschliche Einteilung) wäre dann wichtiger als das Wort Gottes!
Das Alte Testament bietet genügend Beispiele dafür, wie hart Gott mit Ungehorsam auch in kleinen Dingen umgeht. Und auch im Neuen Testament gibt es keine "Kavaliersdelikte", also kleinere Vergehen, die nicht so wichtig sind. Die Geschichte von Ananias und Saphira in Apostelgeschichte 5 zeigt das : Es sieht so harmlos aus, was die beiden tun, aber es geht immer um das Ganze. Es gibt bei Gott keine kleinen Dinge. Wer im Kleinen untreu ist, der ist auch im Großen nicht treu und es ist nur der Gnade Gottes zu verdanken, daß wir Christen nicht schon alle so gerichtet wurden wie Ananias und Saphira.

Wir dürfen auch nicht menschliche Meinung und biblische Wahrheit verknüpfen und dann Kompromisse schließen. Beides ist unvereinbar, denn es muß eine klare Entscheidung getroffen werden - und diese Entscheidung muß immer wieder aufs neue bekräftigt und umgesetzt werden. Gerade unsere menschlichen Gedanken und Ideen sind brandgefährlich, wenn es darum geht, Gemeinde zu bauen. Es ist Gottes Gemeinde und er will sie als seine reine Braut vor sich sehen - darum kann es nicht funktionieren, daß wir menschliche Ideen und göttliche Gedanken verknüpfen. Unsere Vorstellungen und biblische Wahrheiten sind unvereinbar. Das wird klarer, wenn man sich anschaut, woher unsere Vorstellungen kommen können und wohin sie führen, wenn sie nicht aus Gottes Wort kommen.

Entscheidung wird getroffen aufgrund von : menschliche Meinung

biblische Wahrheit

biblische Bezeichnung :

(Gal.6,7-8)

"Fleisch"

 

"Geist"

 

Der Geist, der dahinter steckt :

 

Zeitgeist

 

Heiliger Geist

 

Der Herr(scher) über die Entscheidung

 

Teufel

(Joh.8,44)

Christus Jesus

 

Das Endergebnis

(Gal.7,6-8) :

Verderben

 

ewiges Leben

 

Jeremia 8,8-9 :
"Wie könnt ihr sagen: »Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei uns«? Ist's doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen. Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?"

Da die beiden Bereiche in allen Dingen völlig voneinander getrennt sind und auch völlig unvereinbar, können sie auch nicht verknüpft und durch Kompromisse verbunden werden. Auch nicht dann, wenn es scheinbare (oder echte) Vorteile für uns, die Gemeinde oder das Reich Gottes gäbe.
Die Argumentation "aber dadurch wird doch das Evangelium ausgebreitet" ist blanker Unsinn, wenn das Evangelium (=das ganze Wort Gottes) dafür nicht ernst genommen wird.
Die Argumentation "aber es ist doch für die Gemeinde/das Reich Gottes nützlich" ist zu kurz gedacht, denn langfristig dient nur das der Gemeinde, was nach Gottes Willen ist - oder glauben wir allen Ernstes, daß wir zu Gottes Ziel kommen, wenn wir Gottes Wort nicht gehorchen ?

Wenn eine Sache dem Wort Gottes widerspricht, dann ist sie abzulehnen.
Selbst dann, wenn dadurch Vorteile verlorengehen. In 4.Mose 22 wird uns von Bileam berichtet, der ja nun nicht gerade als großer Glaubensheld bezeichnet werden kann, doch selbst dieser erkennt, um was es geht :
4.Mose 22,18 :
"Bileam antwortete und sprach zu den Dienern Balaks: Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN, meines Gottes, Kleines oder Großes zu tun."

Und auch bei Jesus sehen wir, daß das Schielen nach kurzfristigen Vorteilen keineswegs richtig sein kann. Als er von Satan in der Wüste versucht wird (Matthäus 4), da argumentiert Satan mit Vorteilen (Brot / Bewahrung /Macht ) und garniert das ganze mit Bibelstellen ! Nochmal : Der Teufel argumentiert mit Bibelstellen, um seine Veführungstaktiken zu untermauern - und schon so mancher Gläubige ist darauf hereingefallen. Doch Jesus nicht. Er hat diesen Angriffen widerstanden, indem er das Wort Gottes dagegenhielt. Er zeigte, wo die teuflische Argumentation der Bibel widersprach und so überführte er ihn. Was lernen wir daraus ? Nicht alles, was mit Bibelsprüchen untermalt wird, ist auch biblisch. Nur wenn eine Sache nicht im Widerspruch zur gesamten Bibel steht, kann sie biblisch sein....

Es hilft also alles nichts. Es gibt keine Ausflüchte und es bleibt uns nicht "erspart" , die ganze Bibel zu lesen und zu studieren und dem ganzen Wort Gottes in allen Dingen zu gehorchen.
Dazu wird der HERR seinen Segen geben, das ist sicher.